18. Januar 2010

Bestandteile der emotionalen Intelligenz – die eigenen Emotionen kennen

Posted in Emotionale Intelligenz, Selbststudium at 18:39 von bpblogphtg

Dass der reine Intellekt nicht für ein erfolgreiches, zufriedenes Leben ausschlaggebend ist wird ebenso aus Gardners Theorie ersichtlich, der sieben Spielarten von Intelligenzen postuliert, welche entscheidend für den Lebenserfolg seien: die verbale Gewandtheit, mathematisch-logische Fähigkeiten, räumliche Fähigkeiten, kinästhetische Fähigkeiten, musikalische Fähigkeiten und die personale Intelligenz, welche sich aus interpersonalen Fähigkeit (der Fähigkeit andere Menschen zu verstehen, ihre Motivationen und Stimmungen zu erkennen) und intrapersonale Fähigkeiten (die Fähigkeit ein wahrheitsgemäßes Modell von sich zu bilden und erfolgreich im Leben aufzutreten) zusammen setze.

Salovay subsummiert Gardners Formen personaler Intelligenz zu seiner Definition von emotionaler Intelligenz, welche aus den folgenden fünf Bereichen besteht: die eigenen Emotionen kennen, Emotionen handhaben, Emotionen in die Tat umsetzen, Empathie und Umgang mit Beziehungen.

Diese Bestandteile der emotionalen Intelligenz übernimmt Goleman ebenso und beschreibt die emotionale Intelligenz als „Metafähigkeit, von der es abhängt, wie man beispielsweise seine kognitiven Fähigkeiten richtig im Leben einsetzen kann.

Da sich für mich diese fünf Bereiche der emotionalen Intelligenz als sehr wichtig herausgestellt haben um die emotionalen Fähigkeiten greifen und verstehen zu können und weil sie die Grundlage dafür sind emotionale Kompetenz zu erhalten und zu schulen, werde ich im Folgenden explizit und mit praktischen Beispielen aus der Erziehung unserer Kinder auf diese fünf Bestandteile eingehen.

Nicht jeder Mensch in allen Bereichen gleich gut, das Niveau der Fähigkeiten stützt sich auf den neuralen Grundlagen, es lassen sich jedoch alle Bestandteile erlernen und Mängel beheben, was die Wichtigkeit der Einbeziehung des Trainings von emotionalen Kompetenzen in die Erziehung wiederspiegelt.

Heute werde ich zunächst auf den Bestandteil „die eigenen Emotionen kennen“ der emotionalen Intelligenz eingehen, auf die weiteren oben aufgeführten Bestandteile werde ich meinen folgenden Blogeinträgen näher eingehen.

die eigenen Emotionen kennen

Die eigenen Emotionen zu erkennen und zu kennen stellt die Grundfähgkeit der emotionalen Intelligenz dar. Dabei geht es um eine korrekte Selbstwahrnehmung und um Selbsterkenntnis. Goleman beschreibt drei Menschentypen, die unterschiedlich mit ihren Emotionen umgehen: die achtsamen Menschen, welche ihre Stimmungen korrekt wahrnehmen können und dadurch mit ihren Emotionen umzugehen wissen. Die Achtsamkeit auf die Gefühle, eine fortwährende Wahrnehmung der eigenen inneren Zustände und selbstreflektiertes Wahrnehmen, welches Erfahrungen mit einschließt und Emotionen vom Geist erfasst werden, ist die grundlegende Fähigkeit der emotionalen Kompetenz. Achtsamkeit bedeutet sowohl den Stimmungen als auch den Gedanken über die Stimmung bewusst zu sein. Ist man im Stande die eigenen Emotionen korrekt wahrzunehmen so kann man sie verbal auch an seine Mitmenschen weitergeben.

Neben den achtsamen Menschen gibt es die überwältigten Menschen, welche sich häufig von ihren Gefühlen überwältigt fühlen und sich in Gefühlen verlieren, da sich nicht genügend darauf achten. Darüber hinaus besteht ein Menschtyp welcher seine Emotionen und Gefühle hinnimmt, die Gefühle zwar richtig wahrnimmt, jedoch nicht versucht (sind es negative Gefühle) diese zu ändern. Für eine Erziehungsperson ist es besonders wichtig die eigenen Gefühle wahrzunehmen und mit ihnen umgehen zu können. Befindet sich ein Erzieher in einer gereizten Stimmung, da in seiner Ehe Probleme bestehen, so muss er sich dessen bewusst sein und darf seine Gefühle nicht in dem Umgang mit den Kindern zeigen. Ist dieser Erzieher ein hinnehmender Typ, so wird er seine aggressive Stimmung im Umgang mit Kindern nicht zügeln und eventuell eine aus seiner negativen Verfassung heraus ungerechte Entscheidung treffen, welche die Kinder nicht verstehen können. Er könnte unverhofft anfangen bei einer Kleinigkeit zu schimpfen oder Kinder für etwas bestrafen, was eigentlich eine Lapalie ist.

About these ads

2 Kommentare »

  1. simras said,

    Um die eigenen Emotionen zu kennen und diese kontrollieren zu können scheint mir als wichtige Voraussetzung die Emotionen überhaupt erst wahrnehmen zu können. Das mag vielleicht selbstverständlich erscheinen. Ich glaube jedoch, dass insbesonders die subtilen Emotionen wie zum Beispiel Ärger, denen wir im Alltag häufiger ausgesetzt sind als den intensiveren wie Zorn oder Angst, auch bei achtsamen Menschen öfters unbemerkt bleiben. Da uns die Emotionen nicht ständig bewusst sind, sind wir viel anfälliger diese auch von anderen übertragen zu bekommen, oder die expressiven Merkmale zur Schau zu stellen, weil der Gegenüber diese so erwartet.
    Ebenso kann man die Emotionen der Mitmenschen wahrnnehmen und Empathie entwickeln, obwohl man die eigenen Emotionen nicht zu zeigen bereit ist oder nicht auf die der Mitmenschen eingehen will.

    • bpblogphtg said,

      Danke für deine Antwort auf meinen Blogeintrag! Die richtige Wahrnehmung eigener Emotionen ist meist gar nicht so einfach. Dass das Erkennen der eigenen Emotionen eine Voraussetzung dafür ist, seine Emotionen zu handhaben, ist vollkommen richtig. Das Problem ist meist, dass wir Emotionen verwechseln. Ein eher extremes Beispiel wären hierbei essgestörte Menschen, d.h. eine an Bulimie erkrankte Person wird ihre Trauer oder Wut nicht erkennen und verwechselt ihre Emotionen mit dem Signal sie habe Hunger. Ich verweise an dieser Stelle auf meinen erstellten Blogeintrag “Emotionen handhaben” indem das Handhaben von Emotionen als Bestandteil emotionaler Intelligenz aufgeführt wird.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

%d Bloggern gefällt das: