12. November 2009

Systemische Pädagogik

Posted in Selbststudium, systemische Pädagogik um 11:41 von bpblogphtg

Systemische Pädagogik

ist die Kunst,

in der lästigen Mücke

den hilfreichen Elefanten

zu entdecken!

(Toni Wimmer)

Nach Renolder & Rabenstein (einfach systemisch!, 2006, S. 6) bedeutet Systemische Pädagogik „die Anwendung von systemischem Denken in der pädagogischen Arbeit“.

Der Blick liegt dabei auf der Interaktion und Kommunikation zwischen Personen und Gruppen.

Die Persönlichkeit, das Ich, einzelner Personen, verändert sich dabei je nachdem in welchem Zusammenhang gehandelt wird oder mit welchen Personen kommuniziert wird, d.h. jeder Mensch zeigt in verschiedenen Beziehungen unterschiedliches Verhalten:                    Es gibt keine Festschreibungen (Verhalten ist nicht gleich Sein), sondern das Verhalten kann verändert werden!

Dies hat Auswirkungen für die pädagogische Praxis: In der systemischen Pädagogik wird das Verhalten der Lernenden beschrieben und gefragt, wie man durch eigenes Verhalten Einfluss darauf nehmen kann. Zum Beispiel die Aussage: ‚Jonathan ist aggressiv‘  hat eine andere Wirkung, als die Aussage: ‚Jonathan zeigt aggressives Verhalten‘. Hier ist Verhalten ist  keine Eigenschaft der betroffenen Person, sondern zeigt sich in der Interaktion mit bestimmten anderen Personen und impliziert, dass Verhalten veränderbar ist. PädagogInnen der systemischen Pädagogik gehen also davon aus, dass der Mensch sich im Netz seiner Beziehungen sehr unterschiedlich verhält. Erst so besteht die Möglichkeit, „Handlungsspielräume und Ausnahmen zu entdecken und zu nützen: Denn Verhalten kann verändert werden“ (Renolder & Rabenstein, 2006, S.10).

Nach dem Instiut für Jugendarbeit Gautingen heißt  Systemische Pädagogik:

  • methodenintegrativ arbeiten
  • in Zusammenhängen denken und handeln, statt monokausal
  • Verhalten im Kontext verstehen, statt individuell zu erklären
  • ressourcenorientiert statt defizitfixiert vorzugehen
  • lösungsorientiert statt problemfixiert handeln
  • Team- statt Einzelkämpferorientierung

Dementsprechend fördern systemische Konzpete innovatives Denken und Handeln in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Verwendung systemischer Techniken ermöglicht eine Durchbrechung festgefahrener Muster und zeigt lösungsorientierte Perspektiven für alle beteiligte Personen auf. Die Systemische Sicht- und Denkweise ermöglicht den PädagogInnen eine Erweiterung der Handlungskompetenzen in der Kinder- und Jugendarbeit und verschafft weite, kreative Lösungsmöglichkeiten in Konfliktsiuationen.

Toni Wimmer (s.o.) beschreibt systemische Pädagogik wie folgt:

die systemische Pädagogik:

  • hat eine vernetzte Sichtweise
  • orientiert sich an den Stärken statt an Fehlern
  • gibt allen „Mitspielern“ Platz und Stimme
  • schaut auch auf die Lösung statt nur auf das Problem
  • achtet auf den Kontext der Arbeit
  • fragt: wofür gut? statt: warum getan?
  • entdeckt mehr als nur zwei Seiten
  • geht auch Umwege, das verbessert die Ortskenntnisse
  • nimmt manches sehr wörtlich und bedeutend
  • weiß auch, dass jedes Handeln einen Nutzen verfolgt
  • erkennt, dass das System mehr ist, als die Summe seiner Teile
  • hat Humor und daher oft Grund zum Lachen!

Das Biblionetz von  Döbeli, B. gibt eine übersichtliche Einführung in die Thematik und in einen vernetzten Einblick in wesentliche Grundbegriffe der systemischen Pädagogik.

Meiner Meinung nach ist es sehr lohnenswert, sich mit der systemischen Pädagogik zu beschäftigen. Bei mir bewikt die Beschäftigung mit dem Thema eine veränderte Sichtweise auf die Rolle der Lehrperson, deren Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten.

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