5. Dezember 2009

Kommunikation

Posted in Selbststudium, systemische Pädagogik um 09:21 von bpblogphtg

Die Art, wie wir Informationen durch Kommunikation gewinnen, kann unterschiedlich geschehen. Hierbei lässt sich zwischen linearer und zirkulärer Kommunikation unterscheiden.

  1. Lineare Kommunikation

Hierbei wird nach einem Ursache-Wirkungs-Prinzip Ausschau gehalten, es wird versucht, einen „Anfang“ und eine „Ursache“ festzulegen, die nur eine Erklärung zulässt und somit als sehr einseitig beschrieben werden kann und häufig Auslöser für Ärger und Konflikte ist. Beim Auftauchen von Problemen werden in der linearen Kommunikation wird nach monokausalen Erklärungen gesucht: wenn-dann, warum-weil usw. Das Erfinden von deshalt-weil-Zusammenhängen scheint zwar für mechanisch organisierte Vorgänge aufgrund der Frage nach Fakten nützlich und zielführend zu sein, in Prozessen, in denen mehrere Personen reicht die lineare Kommunikation meist nicht aus.

Lineares Denken kann dann zielführende sein, wenn Fragen nach dem Auslöser oder der Ursache bedeutend und interessant sind oder die Reihenfolge von Geschehnissen erhellende Informationen bringt. Aus diesem Grund fragen auch systemisch Denkende manchmal linear!

  1. Zirkuläre Kommunikation

Zirkuläres Denken ist der Versuch, das Verhalten in einem System als Regelkreis zu beschreiben, in dem die Vorgänge als zirkulärer Prozess, an welchem mehrere Personen beteiligt sind, betrachtet werden. Die kommunizierenden Partner sich wechselseitig beeinflussen, Impulse geben. Darüber hinaus sind ebenso alle weiteren Personen im System an der zirkulären Beeinflussung mit beteiligt. Bei Problemen werden zirkuläre Fragen gestellt, die unterschiedliche Sichtweisen hervorbringen, den Blick auf relevante Vernetzungen und Beziehungen lenken und das individuelle Verhalten in einen interaktionellen Kontext stellen. („was hat der Täter vorher getan, bevor er zum Täter wurde?“)

Zirkuläre Fragen beziehen den „Beobachter zweiter Ordnung“ mit ein (Wie beobachten die Beobachter?) und machen dadurch deutlich, dass Wirklichkeit in den Köpfen der Betroffenen entsteht.

Beispiele zirkulärer Fragen sind:

„Was glaubst du, welche Verhaltensweise von x beunruhigt y am meisten?“

„ Was vermuten Sie, wie intensiv die Beziehung von x und y ist?“

„ Was denkst du, muss x tun, um y wütend zu machen?“

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2 Kommentare »

  1. […] Kommunikationswege bestreiten: pbblogphtg und prof. kerres. Verfasst von simras Eingeordnet unter Uncategorized ·Schlagwörter: […]

  2. […] zirkuläre Fragen: siehe Link […]


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